💪 Erfahrungsbericht · Nahrungsergänzung
Kreatin für Frauen: Viel mehr als nur ein Supplement für die Muckibude?
Meine persönlichen Erfahrungen und was die Forschung bisher zeigt
Ich habe mich jahrelang nur noch durch den Tag geschleppt.
Ich bin Mama von drei Jungs und war über viele Jahre erschöpft und ausgelaugt. Ich habe es gerade so geschafft, die notwendigsten Dinge zu erledigen, und mir im Stillen gewünscht, dass endlich Abend ist. Irgendwann wusste ich: So will ich das auf keinen Fall mehr. Ich wollte nicht nur überleben, ich wollte leben – und die Zeit mit meinen Kindern auch wirklich genießen können.
Also habe ich weiter recherchiert und mich nicht mit „alles im Normbereich“ zufriedengegeben. Ein wichtiger Punkt war für mich – und das ist meine persönliche Einschätzung – eine ausführliche Blutanalyse. Damit meine ich kein großes Blutbild (mehr dazu in meinem Artikel „Blutwerte verstehen„), sondern eine umfangreichere Untersuchung, um ein genaueres Bild davon zu bekommen, ob bei mir Nährstoffmängel vorliegen. Dazu kam für mich der Blick auf die Darmgesundheit: Ich halte es für sinnvoll, auch zu schauen, ob der Körper Nährstoffe überhaupt gut aufnehmen kann – das ist meine Überlegung, kein Versprechen. Und schließlich eine Ernährung, die ich bewusster gestaltet habe: eiweißreich, ballaststoffreich und möglichst blutzuckerstabil.
Auf dieser Recherchereise bin ich unter anderem auf den Podcast „UnheilbarGesund“ von Dr. Ruth Biallowons gestoßen, einer Ärztin mit Schwerpunkt funktionelle und ganzheitliche Medizin. Und auf eine Folge des Podcasts von stayYoung: „Kreatin – Top-Experte Prof. em. Theo Wallimann über seine Bedeutung für die Zellfitness“ vom 30. August 2024. Das war mein Einstieg in das Thema Kreatin, und ich fand es von Anfang an spannend. Ich hatte Kreatin bis dahin vor allem mit Bodybuilding verbunden.
Dann habe ich beschlossen, mich auch praktisch mit Kreatin zu beschäftigen. Ich habe mit rund 3 Gramm täglich angefangen, und seit etwa einem Jahr gehört Kreatin zu meiner persönlichen Routine. Mein Gewicht ist dabei gleich geblieben, und ein aufgeschwollenes Gesicht hatte ich auch nicht.
In dieser Zeit hat sich mein allgemeines Wohlbefinden verändert. Allerdings hatte ich schon vorher begonnen, mich intensiver mit meiner Ernährung, meiner Nährstoffversorgung und verschiedenen anderen Aspekten meiner Gesundheit auseinanderzusetzen. Deshalb kann ich rückblickend nicht beurteilen, welchen Anteil Kreatin an meiner persönlichen Entwicklung hatte. Trotzdem ist es ein Thema geblieben, mit dem ich mich gerne beschäftige – gerade weil die Forschung dazu so vielseitig ist.
Wichtig ist mir die Einordnung: Das ist meine persönliche Geschichte und keine Empfehlung. In diesem Artikel bekommst du beides getrennt voneinander: meine Erfahrung und das, was die Forschung bisher tatsächlich sagt.
Inhalt dieses Artikels
- Kreatin – mehr als ein Fitness-Supplement?
- Kreatin Wirkung – was sagt die Forschung bisher?
- Kreatin und Frauen: was die Studien zeigen
- Perimenopause: Knochen und Muskeln
- Meine Erfahrung – und was ich daraus (nicht) schließen kann
- Kreatin Einnahme: Dosierung, Ladephase, Zeitpunkt
- Worauf ich bei der Produktwahl achten würde
- Kreatin aus der Ernährung
- Kreatin und Protein
- Was Kreatin nicht kann
- Nebenwirkungen und wann Vorsicht angebracht ist
- Mein Fazit
- Häufige Fragen
Kreatin – mehr als ein Fitness-Supplement?
Bei Kreatin hat wohl fast jeder zuerst das gleiche Bild im Kopf: Fitnessstudio, Shaker, Muckibude. Genau deshalb finde ich es spannend, dass sich die Forschung inzwischen auch für ganz andere Gruppen interessiert – zum Beispiel für Frauen in den mittleren und späteren Lebensjahren.
Was ist Kreatin eigentlich?
Kreatin ist keine künstliche Substanz. Dein Körper stellt sie selbst her, aus den Aminosäuren Arginin, Glycin und Methionin, vor allem in Leber, Niere und Bauchspeicheldrüse. Gespeichert wird Kreatin hauptsächlich in der Muskulatur, in kleinerem Umfang aber auch in anderen Geweben mit hohem Energiebedarf, zum Beispiel im Gehirn. Zusätzlich nimmst du etwas Kreatin über die Nahrung auf, vor allem über Fleisch und Fisch.
Kreatin und ATP – die Energiewährung der Zelle
ATP (Adenosintriphosphat) ist die Energiewährung jeder Zelle. Wird Energie gebraucht, wird ATP zu ADP abgebaut. Damit ADP wieder zu ATP werden kann, braucht es einen Regenerationsweg – und hier spielt Phosphokreatin eine Rolle: Es kann Phosphat abgeben und so helfen, ATP schnell wieder aufzufüllen. Vereinfacht: Kreatin → Phosphokreatin → ATP. Das ist der biochemische Hintergrund, warum Kreatin vor allem bei kurzen, intensiven Belastungen untersucht wird. Wichtig: Dass Kreatin im Energiestoffwechsel der Zelle mitspielt, bedeutet nicht automatisch, dass du dich im Alltag energiegeladener fühlst. Das ist eine Erklärung auf Zellebene, kein Beleg für einen Alltagseffekt.
Kreatin Wirkung – was sagt die Forschung bisher?
Ich habe bewusst nicht 15 Studien zusammengesucht, sondern ein paar gut nachvollziehbare Quellen ausgewählt. Alle Angaben findest du am Ende des Artikels mit Autor:innen, Jahr und PMID zum Nachlesen.
Körperliche Leistungsfähigkeit: das am besten erforschte Feld
Am besten untersucht ist Kreatin bei Kraft und kurzen, intensiven Belastungen. Das Positionspapier der International Society of Sports Nutrition (Kreider et al., 2017) fasst die Datenlage zusammen und beschreibt Kreatinmonohydrat als eine der wirksamsten und am besten untersuchten Nahrungsergänzungen für diesen Bereich – im Zusammenspiel mit Training. Auch aus regulatorischer Sicht passt das: In der EU ist für Kreatin eine Aussage zugelassen, nach der Kreatin die körperliche Leistung bei aufeinanderfolgenden kurzen, intensiven Belastungen verbessern kann. Diese Aussage gilt nur für Erwachsene, die intensiv körperlich aktiv sind, und setzt eine tägliche Aufnahme von 3 Gramm Kreatin voraus. Für Alltagsbeschwerden wie Müdigkeit ist sie nicht gedacht.
Gehirn und Schlafmangel: interessante, aber begrenzte Hinweise
Zwei kleinere Studien haben sich mit dem Gehirn beschäftigt. Rae et al. (2003) fanden in einer doppelblinden, placebokontrollierten Cross-over-Studie, dass 5 Gramm Kreatin täglich über sechs Wochen bei jungen, vegetarisch lebenden Erwachsenen bestimmte Gedächtnis- und Intelligenztest-Leistungen verbesserte. McMorris et al. (2006) untersuchten Kreatin unter 24 Stunden Schlafentzug mit leichter körperlicher Belastung: Die Kreatingruppe schnitt bei Stimmung und bestimmten Aufgaben (unter anderem Reaktionszeit, Balance und Aufgaben, die den präfrontalen Kortex stark fordern) weniger schlecht ab als die Placebogruppe.
Jetzt die wichtige Einordnung: Das sind kleine Studien mit speziellen Gruppen und Bedingungen. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat 2024 geprüft, ob sich aus der Studienlage eine Aussage zu Kreatin und kognitiver Funktion ableiten lässt, und kam zu dem Ergebnis, dass ein Ursache-Wirkungs-Zusammenhang nicht belegt ist. Die EU-Kommission hat die entsprechende Angabe im Mai 2026 abgelehnt. Das heißt nicht, dass nichts dran sein kann – aber es heißt, dass du daraus nicht ableiten solltest, dass Kreatin dein Gedächtnis verbessert oder Schlafmangel ausgleicht. Schlaf ersetzt Kreatin ohnehin nicht, und dieser Abschnitt ist ausdrücklich keine Empfehlung gegen Müdigkeit oder Konzentrationsprobleme.
Kreatin und Frauen: was die Studien zeigen
Der Großteil der Kreatinforschung wurde an jungen Männern durchgeführt. Umso interessanter sind Arbeiten, die gezielt Frauen untersuchen – auch wenn die Datenlage hier noch deutlich dünner ist.
Kreatin und Krafttraining bei älteren Frauen
Dos Santos et al. (2021) werteten randomisierte Studien zu Kreatin plus Krafttraining bei älteren Frauen in einer Meta-Analyse aus. Das Ergebnis ist gemischt: Die Oberkörperkraft nahm unter Kreatin im Vergleich zu Placebo zu. Bei der Unterkörperkraft zeigte sich ein Vorteil nur in den Studien, die mindestens 24 Wochen dauerten. Auf die Muskelmasse hatte Kreatin in dieser Auswertung keinen nachweisbaren Effekt. Die Autor:innen stufen die Evidenz insgesamt als wenig sicher ein und fordern hochwertigere Studien.
Aktuelle Übersichtsarbeit zu gesundem Altern
Candow et al. (2025) fassen die Studienlage zu Kreatinmonohydrat bei älteren Erwachsenen und in klinischen Gruppen zusammen. Die Autor:innen sehen Potenzial für verschiedene Bereiche, unter anderem Muskulatur, Knochen und Alltagsfunktion – vor allem in Kombination mit Training. Ich lese das als Hinweis auf ein Potenzial, nicht als Garantie: Es heißt nicht, dass jede Frau davon in gleichem Maß profitiert.
Perimenopause: Knochen und Muskeln
Die Perimenopause bringt neben Hitzewallungen und Schlafproblemen etwas mit, über das seltener gesprochen wird: Mit sinkendem Östrogen verändern sich Knochen und Muskulatur. Östrogen hat unter anderem eine schützende Funktion für die Knochendichte, und der Östrogenabfall wird mit beschleunigtem Knochen- und Muskelabbau in Verbindung gebracht. Eine wichtige Unterscheidung vorweg: Die Studien, die ich hier vorstelle, betreffen überwiegend ältere beziehungsweise postmenopausale Frauen – nicht gezielt Frauen in der Perimenopause. Zur Perimenopause selbst gibt es bislang kaum Daten. Mit diesem Vorbehalt lohnt sich ein genauer Blick darauf, was die Studienlage zeigt – und was nicht.
Knochen
Die bislang größte und am saubersten durchgeführte Studie dazu ist eine zweijährige, randomisiert-kontrollierte Studie von Chilibeck et al. (2023) mit 237 postmenopausalen Frauen, die parallel ein Kraft- und Gehtraining absolvierten. Auf die Knochendichte (gemessen an Oberschenkelhals, Hüfte und Lendenwirbelsäule) hatte Kreatin keinen nachweisbaren Effekt. Bei einzelnen Struktureigenschaften des Oberschenkelhalses (Schnittmodul und Knickverhältnis) sahen die Forschenden Vorteile. Außerdem nahm die fettfreie Körpermasse unter Kreatin etwas zu, und die Frauen legten eine 80-Meter-Strecke etwas schneller zurück. Mein Fazit: Eine Knochendichte-Wirkung ist nach dieser Studie nicht belegt. Dass Kreatin das Frakturrisiko senkt, ist ebenfalls nicht gezeigt.
Muskeln
Der Östrogenabfall wird auch mit einem schnelleren Muskelabbau in Verbindung gebracht – ein Grund, warum Krafttraining und ausreichend Eiweiß in dieser Lebensphase so oft empfohlen werden. Für Kreatin zeigt die Meta-Analyse von dos Santos et al. (2021) Hinweise auf mehr Kraft in Kombination mit Training, aber – wie oben beschrieben – keinen nachweisbaren Effekt auf die Muskelmasse, bei insgesamt geringer Evidenzsicherheit.
Wichtig zu wissen: In allen genannten Studien lief Kreatin zusätzlich zu einem Training. Das Training ist die Grundlage, Kreatin kann – wenn überhaupt – ein ergänzender Baustein sein. Für deine Knochengesundheit in den Wechseljahren sind Bewegung, eine ausreichende Versorgung mit Eiweiß, Vitamin D und Kalzium sowie ärztliche Abklärung deutlich wichtiger als jedes Supplement.
Meine Erfahrung – und was ich daraus (nicht) schließen kann
Jetzt raus aus dem Lehrbuch, zurück zu mir. Ich habe mit etwa 3 Gramm täglich begonnen, und seit ungefähr einem Jahr gehört Kreatin zu meiner persönlichen Routine. Gewicht und Gesicht sind bei mir gleich geblieben.
In dieser Zeit hat sich mein allgemeines Wohlbefinden verändert. Ich hatte aber schon vorher begonnen, mich intensiver mit meiner Ernährung, meiner Nährstoffversorgung und weiteren Aspekten meiner Gesundheit zu beschäftigen. Deshalb kann ich nicht beurteilen, welchen Anteil Kreatin daran hatte. Meine Geschichte ist ein Erfahrungsbericht, kein Beleg, und sie sagt nichts darüber aus, wie es dir damit gehen würde.
Kreatin Einnahme: Dosierung, Ladephase, Zeitpunkt
Wie viel Kreatin pro Tag?
Die meisten Studien und auch das Positionspapier von Kreider et al. arbeiten mit einer täglichen Erhaltungsdosis von etwa 3 bis 5 Gramm Kreatinmonohydrat. Das ist auch die Größenordnung, in der ich selbst gestartet bin. In manchen Podcasts werden deutlich höhere Mengen diskutiert, etwa in einer Folge von „UnheilbarGesund“ mit dem Titel „Warum Experten 25 g Kreatin nehmen (und nicht nur 5 g)“. Das ist eine Fachdiskussion für bestimmte Fragestellungen und keine allgemeine Empfehlung – ich gebe dazu ausdrücklich keine Empfehlung ab, und wer über höhere Mengen nachdenkt, sollte das vorher ärztlich abklären.
Muss ich eine Ladephase machen?
In der Forschung wird teils mit einer kurzen Aufladephase mit höheren Mengen gearbeitet, teils direkt mit einer niedrigeren täglichen Menge über einen längeren Zeitraum. Eine Ladephase ist nicht zwingend. Eine Anleitung dazu gebe ich hier bewusst nicht. Ich selbst habe direkt mit etwa 3 Gramm täglich begonnen.
Wann sollte man Kreatin einnehmen?
In Studien wird Kreatin häufig regelmäßig über mehrere Wochen eingenommen. Der genaue Zeitpunkt scheint bei der täglichen Erhaltungsdosis für viele Menschen eine untergeordnete Rolle zu spielen.
Muss ich bei Kreatin mehr trinken?
Kreatin bindet in der Muskulatur Wasser. Deshalb wird häufig geraten, ausreichend zu trinken. Eine feste Zusatzmenge gibt es dafür nicht pauschal, wichtig ist eine insgesamt gute Flüssigkeitsversorgung, besonders wenn du Sport treibst oder schwitzt.
📖 Fachbegriffe kurz erklärt
ATP (Adenosintriphosphat): die zentrale Energiewährung jeder Zelle.
Phosphokreatin: die gespeicherte Form von Kreatin, die dabei hilft, verbrauchtes ATP schnell zu regenerieren.
Kreatinmonohydrat: die am besten untersuchte Form von Kreatin als Nahrungsergänzung.
Worauf ich bei der Produktwahl achten würde
Auf dem Markt gibt es unzählige Kreatin-Varianten und Mischprodukte mit großen Versprechen. Kreatinmonohydrat ist die am besten untersuchte Kreatinform. Wenn du dich für ein Produkt interessierst, können eine kurze Zutatenliste ohne unnötige Zusätze, nachvollziehbare Herstellerangaben und Prüfzertifikate oder Laboranalysen Orientierung geben.
Kreatin aus der Ernährung
Welche Lebensmittel enthalten Kreatin?
Kreatin steckt vor allem in tierischen Lebensmitteln, zum Beispiel in Hering, Rindfleisch, Schweinefleisch, Lachs und Thunfisch. Über die normale Ernährung nimmst du so eine gewisse Menge auf, in der Regel aber deutlich weniger als die 3 bis 5 Gramm, mit denen in Studien gearbeitet wird.
Und bei vegetarischer oder veganer Ernährung?
Pflanzliche Lebensmittel liefern praktisch kein Kreatin. Menschen, die sich vegetarisch oder vegan ernähren, haben deshalb im Schnitt niedrigere Kreatinspeicher in der Muskulatur. Das ist wohl auch der Grund, warum die Studie von Rae et al. (2003) mit vegetarisch lebenden Teilnehmenden durchgeführt wurde. Ob eine Ergänzung für dich sinnvoll ist, kannst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt besprechen.
Kreatin und Protein – das ist nicht dasselbe
Protein liefert deinem Körper Aminosäuren, die Bausteine für Muskeln, Enzyme und vieles mehr. Kreatin hat im Energiestoffwechsel der Zelle eine andere Aufgabe. Das eine ersetzt das andere also nicht. Für mich persönlich war eine eiweißreiche Ernährung – gerade ein Frühstück mit Eiweiß – ein Teil meiner Alltagsroutine, lange bevor ich Kreatin ausprobiert habe. Konkrete Ideen dazu (inklusive Rezept) findest du in meinem E-Book (0,00 EUR) weiter unten.
Was Kreatin nicht kann
Das ist mir für Körper-Kraftwerk fast der wichtigste Abschnitt. Dieser Blog soll nicht die Botschaft vermitteln: Problem erkannt, Supplement genommen, Problem gelöst. So einfach ist es nicht, und bei mir war es auch nicht so.
Kreatin ersetzt keine Ursachenforschung. Anhaltende Erschöpfung kann viele Ursachen haben, etwa Schlafmangel, Dauerstress, eine unzureichende Energie- oder Nährstoffzufuhr, Probleme im Verdauungstrakt oder verschiedene Erkrankungen. Deshalb würde ich bei anhaltender Erschöpfung immer zuerst ärztlich abklären lassen, was dahintersteckt, und mir meine Blutwerte genauer anschauen – mehr dazu in meinem Artikel „Blutwerte verstehen: Warum „alles normal“ oft nicht die ganze Wahrheit ist„.
Nebenwirkungen und wann Vorsicht angebracht ist
Kreatinmonohydrat gilt laut Positionspapier von Kreider et al. bei gesunden Erwachsenen in den üblichen Dosierungen als gut untersucht und in der Regel gut verträglich. Trotzdem solltest du ein paar Dinge wissen:
- Wassereinlagerung: Kreatin zieht Wasser in die Muskulatur, was sich auf der Waage zeigen kann. Das ist keine Fettzunahme.
- Magen-Darm-Beschwerden: Besonders bei größeren Einzelmengen, etwa in einer Ladephase, berichten manche Menschen von einem unruhigen Magen.
- Individuelle Verträglichkeit: Wie bei jedem Supplement reagiert nicht jeder Körper gleich.
- Besondere Situationen: Bei Nierenerkrankungen, in Schwangerschaft und Stillzeit oder bei regelmäßiger Medikamenteneinnahme solltest du Kreatin nur nach Rücksprache mit deiner Ärztin oder deinem Arzt nehmen.
Mein Fazit
Kreatin war für mich kein Wundermittel – und ich kann nicht sagen, wie groß sein Anteil an dem war, wie ich mich heute fühle. Ich habe viele Dinge gleichzeitig angepackt: genauer hingeschaut, was meinem Körper fehlen könnte, meine Ernährung verändert, mich mit meiner Gesundheit beschäftigt. Kreatin ist ein Teil davon geworden. Genau darum geht es mir bei Körper-Kraftwerk: nicht darum, dir ein Mittel gegen Müdigkeit zu empfehlen, sondern dich dabei zu begleiten, besser zu verstehen, was dein Körper braucht – Schritt für Schritt.
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Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und Inspiration und ersetzen keine ärztliche Beratung. Hält deine Erschöpfung länger an, lass sie bitte ärztlich abklären.
🩺 Wann du vor der Einnahme unbedingt ärztlichen Rat einholen solltest
- Wenn bei dir eine Nierenerkrankung oder eine andere chronische Erkrankung bekannt ist.
- Wenn du schwanger bist oder stillst.
- Wenn du regelmäßig Medikamente einnimmst und unsicher bist, ob es Wechselwirkungen geben könnte.
- Wenn deine Erschöpfung über Wochen anhält – unabhängig von jedem Supplement.
- Wenn du dir grundsätzlich unsicher bist – im Zweifel lieber einmal zu oft nachfragen als zu wenig.
⚕️ Fachlicher Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche oder ernährungsmedizinische Beratung. Er enthält meine persönliche Erfahrung, eine Zusammenfassung ausgewählter Studien und allgemeine Informationen und ist keine Handlungsempfehlung für deinen Einzelfall. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung und eine gesunde Lebensweise. Ob Kreatin für dich geeignet ist und in welcher Menge, solltest du immer mit einer Ärztin, einem Arzt oder einer anderen geeigneten Fachperson besprechen.
Häufige Fragen zu Kreatin für Frauen
Ist Kreatin nur etwas für Frauen, die Kraftsport machen?
Die meisten Studien beziehen sich auf Training, vor allem auf Krafttraining. Auch die Studien an Frauen, die ich hier vorgestellt habe, kombinierten Kreatin mit Training. Für Frauen ohne Training ist die Datenlage dünner. Kreatin ist also kein reines Thema für Kraftsportlerinnen, aber die Hinweise auf mögliche Vorteile stammen überwiegend aus Kombination mit Bewegung.
Nimmt man von Kreatin automatisch zu?
Kreatin kann zu einer leichten Wassereinlagerung in der Muskulatur führen, die sich auf der Waage zeigen kann. Das ist keine Fettzunahme. Bei mir persönlich ist das Gewicht gleich geblieben, und mein Gesicht ist nicht aufgeschwollen – das ist aber nur meine eigene Erfahrung.
Muss ich eine Ladephase machen?
Nein, eine Ladephase ist nicht zwingend. In der Forschung wird teils mit einer kurzen Aufladephase, teils direkt mit einer niedrigeren täglichen Menge gearbeitet. Eine Anleitung dazu gebe ich bewusst nicht; bei Fragen zur Dosierung sprich bitte mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
Kann ich Kreatin dauerhaft einnehmen?
Nach dem Positionspapier von Kreider et al. gibt es bei gesunden Erwachsenen in üblichen Dosierungen keine überzeugenden Hinweise auf Schäden. Ich selbst nehme es seit etwa einem Jahr. Bei Vorerkrankungen, insbesondere der Nieren, oder bei Unsicherheit solltest du das vorher ärztlich abklären.
Ersetzt Kreatin die Abklärung meiner Erschöpfung?
Nein. Anhaltende Erschöpfung kann viele Ursachen haben und sollte ärztlich abgeklärt werden, bevor du Supplemente ausprobierst. Mehr zum Thema Laborwerte findest du in meinem Artikel „Blutwerte verstehen“.
Haftungsausschluss:
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und Orientierung. Er dient nicht der Diagnose, Behandlung, Heilung oder Vorbeugung von Krankheiten und stellt keine medizinische Beratung dar. Er ersetzt keine ärztliche, apothekerliche oder ernährungstherapeutische Beratung. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung und keine Arzneimittel. Bitte setze verordnete Medikamente niemals ohne ärztliche Rücksprache ab und lass anhaltende Beschwerden ärztlich abklären.
Quellen
Rae C, Digney AL, McEwan SR, Bates TC (2003). Oral creatine monohydrate supplementation improves brain performance: a double-blind, placebo-controlled, cross-over trial. Proceedings of the Royal Society B. PMID: 14561278.
McMorris T, Harris RC, Swain J, Corbett J, Collard K, Dyson RJ, Dye L, Hodgson C, Draper N (2006). Effect of creatine supplementation and sleep deprivation, with mild exercise, on cognitive and psychomotor performance, mood state, and plasma concentrations of catecholamines and cortisol. Psychopharmacology. PMID: 16416332.
Kreider RB, Kalman DS, Antonio J, et al. (2017). International Society of Sports Nutrition position stand: safety and efficacy of creatine supplementation in exercise, sport, and medicine. Journal of the International Society of Sports Nutrition. PMID: 28615996.
dos Santos EEP, de Araújo RC, Candow DG, Forbes SC, Guijo JA, de Almeida Santana CC, do Prado WL, Botero JP (2021). Efficacy of Creatine Supplementation Combined with Resistance Training on Muscle Strength and Muscle Mass in Older Females: A Systematic Review and Meta-Analysis. Nutrients. PMID: 34836013.
Chilibeck PD, Candow DG, Gordon JJ, Duff WRD, Mason R, Shaw K, Taylor-Gjevre R, Nair B, Zello GA (2023). A 2-yr Randomized Controlled Trial on Creatine Supplementation during Exercise for Postmenopausal Bone Health. Medicine & Science in Sports & Exercise. PMID: 37144634.
Candow DG, Ostojic SM, Chilibeck PD, Gualano B, et al. (2025). Creatine monohydrate supplementation for older adults and clinical populations. Journal of the International Society of Sports Nutrition. PMID: 40673730.
EFSA Panel on Nutrition, Novel Foods and Food Allergens (2024). Creatine and improvement in cognitive function: Evaluation of a health claim pursuant to Article 13(5) of Regulation (EC) No 1924/2006. EFSA Journal.
Durchführungsverordnung (EU) 2026/1118 der Kommission vom 26. Mai 2026 (Ablehnung der gesundheitsbezogenen Angabe zu Kreatin und kognitiver Funktion).







